Das Primärarztsystem beschreibt eine strukturierte Organisation der ambulanten Versorgung. Hausärztinnen und Hausärzte übernehmen dabei eine zentrale Rolle als erste medizinische Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten. Sie begleiten Menschen häufig über viele Jahre hinweg, kennen ihre Krankengeschichte und können medizinische Anliegen umfassend einordnen.
In einem Primärarztsystem bündeln sich diese Erfahrungen in einer klaren Aufgabe: Hausärztinnen und Hausärzte behandeln einen Großteil der medizinischen Anliegen direkt in der Praxis, priorisieren bei Bedarf die medizinische Dringlichkeit weiterer Untersuchungen und koordinieren die weitere Versorgung im Gesundheitssystem. Sie sind Generalisten und Spezialisten für den ganzen Menschen, behandeln, priorisieren und koordinieren.
Erfahrungen aus Niedersachsen
Niedersachsen verfügt bereits über langjährige Erfahrung mit strukturierten Formen der primärärztlichen Versorgung. Insbesondere die hausarztzentrierte Versorgung (HZV) zeigt, wie eine koordinierte Versorgung über hausärztliche Praxen erfolgreich organisiert und umgesetzt wird.
In diesen Strukturen übernehmen Hausärztinnen und Hausärzte eine zentrale Rolle in der kontinuierlichen Betreuung ihrer Patienten oder Patientinnen. Dazu gehören unter anderem die Koordination von Überweisungen, die langfristige Betreuung chronisch Erkrankter sowie die Abstimmung verschiedener diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen. Diese Erfahrungen zeigen, dass viele Elemente eines Primärarztsystems in der hausärztlichen Praxis bereits heute umgesetzt werden.
Nachgewiesene Erfolge der HZV
Deutlich höhere Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen